Der Special Event bei Apple erinnert mich an Weihnachten als Kind: Mit großen Augen fragt man sich, was sich unter den bunten Verpackungen so verbirgt. Hält man dann die Geschenke in den Händen, gibt es glückliche Kinder, zufriedene Kinder, Kinder mit zu großen Erwartungen und spätestens am nächsten Tag nörgelnde Spielkameraden, die aus den unterschiedlichsten Motiven etwas zu kritisieren haben. Aber zurück zum Wesentlichen: Apples iPad, also dem Geschenk und der Absicht dahinter.
Es ist also ein Tablet PC geworden, mit eigenem Prozessor, angebunden an den eigenen Store und die konsequente Weiterentwicklung des iPhones. Oder, wie Apple es selbst formuliert, die Brücke zwischen iPhone und MacBook. Erste Kritiker vermissen einen USB-Port, manche ein Kamera und wieder anderen fehlt die Möglichkeit Flash abzuspielen oder zum Multitasking. Sogar von mangelnder Marktreife ist zu lesen. Ich möchte mich vor allem an zwei Fakten halten:
- Paid Content
Verlegern kommt Apple mit dem iPad ein weiteres Stück entgegen: Wie einst der Musikindustrie mit dem iTunes Store, bieter der App Store (zunächst für das iPhone, aber künftig auch für den großen Bruder) eine Plattform, um bezahlte Inhalte zu vertreiben. Das geschieht nicht zum Selbstzweck, es wird kräftig mit daran verdient, aber von Verlagsseite vermisse ich bis heute Alternativen. Ich denke zwar nicht, dass der App Store die Rettung für die Printbranche sein wird, aber zumindest bietet sich eine (kleine) Perspektive.
- Neutralität
Es ist nicht zu leugnen, dass Apple durch den App Store (und künftig dem iBook Store) eine Inhaltskontrolle ausübt, die dem Gedanken eines freien Internets widerspricht. Doch bietet der iPad mit dem Browser eine kostenlose und unzensierte Alternative. Zudem setzt der E-Book-Reader auf das offene EPUB-Format und lässt auch auf Bücher jenseits von Apples Book-Store hoffen. Wie auch immer sich die Inhaltsangebote im Netz entwicklen, bietet der iPad heute mehrere Möglichkeiten.
Fassen wir zusammen: Vielleicht ist es nicht die große Revolution, die vom iPad ausgeht. Aber immerhin treibt Apple seine eigene Entwicklung konsequent voran, nutzt Erfahrungen anderer E-Book-Reader und erfüllt – seien wir mal ehrlich – die Erwartungen der meisten Nutzer, die durch die Gerüchte theoretisch schon vorab befriedigt wurden.
Bleibt für mich persönlich nur eine wichtige Frage: Soll ich jetzt einen iPad mit oder ohne 3G auf meinen Wunschzettel setzen?

[...] die kritischen Stimmen zu überwiegen. Mein geschätzter Ex-Kollege Marc C. Schmidt erklärt es in seinem neuen Blog sehr treffend: “Der Special Event bei Apple erinnert mich an Weihnachten als Kind: Mit [...]